14. April 2013
von Frau Mima
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Bei Sabine habe ich ihre Gedanken zu ihrer Neuerwerbung – dem Kindle – gelesen. Da hab ich auch gleich meinen Senf dazugegeben. Nämlich, dass ich. Den Kindle nicht mag. Das ist aber einen eigenen Artikel wert und sollte nicht als Kommentar versumpfen. Außerdem könnte es sein, dass sich Kindle-Besitzer auf den Schlips getreten fühlen und das letzte, was ich möchte ist, dass Sabines Blog zum Austragungsort für Diskussionen wird.
Also ich mag den Kindle nicht. Ich war auch mal dem Gedanken verfallen, ich bräuchte einen und habe mich dann näher mit eBook-Readern im allgemeinen und dem Kindle im Besonderen beschäftigt.
Der Hauptgrund für meine Abneigung ist wahrscheinlich albern und sentimental, für mich aber pure Überzeugung. Nämlich der Erhalt der heimischen Wirtschaft. Wir wohnen hier, wie schon oft erwähnt, sehr ländlich, dass wisst ihr. Unser Dorf hat etwa 1100 Einwohner. Rund 450 Haushalte. Als Shoppingmöglichkeit haben wir einen Autohändler mit deutsch-bayrischen Autos der gehobenen Klasse, einen Mopedhändler und die kleine Tankstelle am anderen Ende vom Dorf, die auch noch als Post- und Backwarenshop dient. Einen Bäcker haben wir nämlich auch nicht.
Möchte ich nun also ein Buch, muss ich die 5 km in die nächste Kreisstadt fahren. Dort ist dann auch der Buchhändler meines Vertrauens. Der ist ganz unkompliziert. Ich kann Bücher telefonisch vorbestellen und in der Regel am nächsten Tag abholen. Wenn ich ganz faul bin, kann ich mir im zugehörigen Onlineshop alles bestellen und nach Hause liefern lassen. Amazon ist riesig. Es macht die heimischen Buchhändler kaputt, obwohl es dank Buchpreisbindung nicht mal billiger ist, dort zu bestellen. Von der Umweltbelastung für den Transport ganz zu schweigen. Ich kaufe also grundsätzlich meine Fach- und Sachbücher bei meinem Buchhändler, soweit verfügbar. Exemplare, die ausverkauft sind und nicht mehr aufgelegt werden muss ich dann auch von woanders beziehen.
Neben der Größe von Amazon stört mich auch, dass ich mich mit einem Kindle zu sehr an Amazon binden würde, denn der Kindle kann nichts anderes darstellen als das Kindleformat. Ich müsste also immer bei Amazon kaufen, obwohl “mein” Buchhändler in seinem Onlineshop ebenfalls eBooks zum Kauf anbietet. Allerdings im ePub- Format oder als PDF. In diesen Formaten kann ich mir auch bei der Onleihe Bücher für 14 Tage ausleihen. Das spart dann zusätzlich auch noch Geld und Platz im Bücherregal. Vielleicht bin ich da auch ein bisschen geizig. Ich lese keine Bücher doppelt und dreifach, ich habe kein Lieblingsbuch. Ich lese zum Zeitvertreib und hätte ich alle Bücher gekauft, die ich letztes Jahr gelesen habe, wäre ich wahrscheinlich mindestens 200€ ärmer und um einiges Papier im Regal reicher. Papier, was dort rumstehen würde ohne weiteren Nutzen. Und ein eBook für das gleiche Geld kaufen wie mich auch eines aus Papier und Druckerschwärze kosten würde, sehe ich auch nicht wirklich ein. Von daher ist das Ausleihen für mich eine prima Alternative.
Vielleicht kann ich mit diesem Artikel den einen oder anderen dazu bringen, sich seine Alternative zum Kindle und Amazon zu suchen. Vielleicht hat der Buchhändler bei euch ja auch einen Onlineshop mit eBooks (und wenn nicht, dürft ihr auch gern bei meinem Buchhändler bestellen, der freut sich auch) und ihr schwimmt gegen den Kindlestrom.
Ich lese übrigens meine eBooks auf dem iPhone oder iPad. Im Moment ist das für mich noch ausreichend. Vielleicht lege ich mir irgendwann noch einen eBookreader zu. Der Tolino Shine wäre für mich evtl. interessant.
Wie lest ihr eigentlich? Kindle? Anderer Reader? Gar keine eBooks? Leiht ihr und/oder kauft ihr? Wo kauft und/oder leiht ihr eure Bücher? Welche Bücher kauft ihr im Papierformat und welche als eBook?